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PES-Expertenwissen #4: Formen, Verletzungen, Fazit

In den vergangenen Monaten haben wir für euch die kleineren und größeren Geheimnisse von Pro Evolution Soccer gelüftet. Warum die Gesamtbewertung nicht immer alles aussagt (Teil 1), was die Attribute eigentlich wirklich aussagen (Teil 2) und was die Karten für Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben (Teil 3). Fehlen nur noch die Auswirkungen der Formpfeile und die von Verletzungen – und am Ende steht natürlich das Fazit: Was soll man aus den ganzen Informationen mit herausnehmen? Ich zeige euch anhand offensichtlich schwächerer Spieler, warum diese nicht so schwach sein müssen und warum gerade solche Spieler den Unterschied machen können!

Die Auswirkungen von Formen dürfte jeder von euch im Spiel schon einmal gemerkt haben. Spätestens im Legendenmodus spielt man sich selber doch viel besser, wenn man gut drauf ist – und das gilt für jeden Spieler! Gleichermaßen fühlt sich auch ein Iniesta behäbig und langsam mit dem Ball an, wenn er trotz einem Pfeil nach unten auflaufen muss. Ihm fehlt ein wenig der Esprit und von brillianten Pässen ist er weit entfernt. Doch woran liegt das genau?
Die Attribute, die wir in Teil 2 kennengelernt haben, gelten für die normale Form (grüner Pfeil). Sobald sich diese Form ändert, ändern sich auch alle Attribute. Schaut der Pfeil nach oben, werden diese stärker, schaut er nach unten, werden sie schwächer – logisch. Wir haben hier eine kleine Übersicht für euch, wie hoch die Veränderungen im Genauen sind:

Formen und auswirkungen
Wie man sehen kann, haben wir teilweise sehr enorme Wertänderungen bei guter, sowie bei schlechter Form. Vor allem die Schlüsselwerte Balance und Schnelligkeit sind sehr stark von der Form abhängig. Gleichermaßen gilt für verletzte Spieler: Solange ihr noch wechseln könnt, wechselt den Verletzten sofort aus! Er verliert teilweise mehr als ein Viertel seiner Stärke und nahezu jeder andere Spieler ist dementsprechend eine Verstärkung.
Nun, was bringt uns diese Information? Ich mache das mal an 3 Beispielen deutlich aus meiner eigenen PES-Laufbahn. Ich habe da den ein oder anderen Lieblingsspieler gewonnen und darf euch meinen momentanen Favoriten vorstellen: Massimo Maccarone (im Spiel mit der ID 7184 zu finden und in der PSO mit Ausnahme von PES 12 seit jeher mit +10 Toren pro Saison ein echter Goalgetter. Dabei ist er laut PES nur ein 69er MS.
Das gleiche gilt für J. Streutker (ID 47000), der bei guter Form immer den Vorzug vor van Buyten (ID 2530) bekam und als 3. Derek Boerrigter (ID 33138) , der für kleines Geld viele Tore erzielte:

Maccarone Boerrigter Streutker

Einen Mittelstürmer mit diesen Werten würde wohl kaum jemand auf der Bank lassen – obwohl Maccarone eigentlich kaum eine wirkliche Stärke hat, ist er mit einem roten Pfeil ausgestattet selbst bei der PES Bewertung mit 84 nicht nur eine Alternative im Sturm. Er wird bei mir regelmäßig den beiden Stammspitzen Djibril Cissé und Jermaine Defoe vorgezogen, sofern diese nicht gerade auch sehr gut drauf sind. Ähnlich ist das bei J. Streutker, der mit den normalen Attributen wirklich nur eine Alternative darstellt. Sobald er aber gut in Form ist, reicht er ohnehin bei der Balance fast an van Buyten ran (93 zu 95), hat dafür jedoch eine viel größere Schnelligkeit und vor allem Ausdauer. Bei Boerrigter sind die Werte mit roter Form enorm und in dieser Kombination schwierig zu verteidigen: Balance und Speed. Als LA oder HS aufgestellt wird auch er als eigentlich eher unscheinbarer Spieler schnell zur Gefahr für den Gegner.

Denn, die Gesamtbewertung, die PES ausgibt, bezieht sich in jedem Fall auf die normale Form, den grünen Pfeil. Sie steigt oder fällt nicht, wenn sich die Form des Spielers ändert und dementsprechend wichtig ist die Form eines Spielers. Vor allem bei der MeisterLiga-Online kann es ein großer Vorteil sein, schwächere Spieler mit guten Formen zu verpflichten, um Geld zu sparen, aber gleichzeitig doch einen gut spielbaren Kader auf die Beine zu stellen. Was mit Messi, CR oder Ibrahimovic bei guter Form passiert, ist natürlich nochmaleine andere Sache – PES hört nämlich bei 99 nicht auf zu rechnen, d.h. die Schussgenauigkeit von Messi (99) wird bei roter Form noch genauer und sicherer (108).

Das Fazit:
Wir kommen nun langsam aber stetig zum Ende der PES-Expertenwissenreihe und manch einer fragt sich nun vermutlich „Was nehme ich mit?“ – und da muss an dieser Stelle gesagt sein: Jeder Spieler muss für sich entscheiden, ob er sich für die Kaderzusammensetzung Zeit nimmt, ob er wirklich jeden Spieler unter die Lupe nimmt und ihn ausreichend testet, oder ob er den eventuell nicht ganz optimalen Weg geht und das Beste kauft, was ihm gerade vor die Nase läuft. Jeder muss es selber entscheiden und es wird immer Spieler geben, die manche Sachen anders sehen und anders interpretieren. So wird es in der MLO oftmals darauf hinauslaufen, dass vorne CR, Messi, Eto’o etc. stehen und hinten Puyol, Chiellini, Pique, Thiago Silva etc. pp. – also die Spieler, die einfach schon wirklich quasi alles können. Wer keine MLO spielt, sondern z.B. in einer Onlineliga aktiv ist, der wird aus den Beiträgen hier mehr mitnehmen können.

Nun gibt es bei den Onlineligen viele unterschiedliche und in den meisten hat jeder Kader überdurchschnittliche Spieler und so lassen sich große Kader auch nicht immer mit dem Spielkonzept in der Liga vereinbaren. Ich beziehe mich nun auf die PSO, das ist die Liga, wo ich aktiv bin. Dort hat man auf dem Transfermarkt viele Möglichkeiten und das ganze ist sehr interessant gestaltet, vor allem, wenn man sich bei den Zugängen wirklich etwas denkt und nicht nur „Namen“ kauft.
Ich gebe hier jedem der fragt den Tipp: Ein großer Kader ist ein Vorteil! Zwar wird durch einen großen Kader viel Kapital gebunden, da es aber primär in einer Liga auf das ankommt, was auf dem Platz passiert, bleibe ich den großen (möglichst 32 Spieler) Kader treu. Der Grund ist, dass man mit einem großen Kader immer mindestens Spieler mit grünem Pfeil auf den Platz schicken kann, möglichst sogar noch ein paar mit orangem bzw. sogar rotem Pfeil. Es ist seit Jahren zu beobachten, nicht nur bei mir, dass man mit den schwächsten Teams meistens den größten Spaß hat und mit einem Topteam eher weniger. Das ganze ist, kurzer intellektueller Schwenk, psychologisch begründet. Zum einen hat man selber den Anspruch, mit besseren Spielern besser zu spielen bzw. „besonders“ zu agieren, zum anderen versetzt es den Gegner in eine größere Konzentrationsbereitschaft, wenn er bei mir „Messi, C. Ronaldo“ liest anstatt „Maccarone, Boerrigter“. Letztere wird er vielleicht gar nicht kennen und sieht deren Gesamtbewertung und denkt sich womöglich sogar, dass er nichts zu befürchten habe – wie wir aber wissen können eben diese Spieler bei guter Form einen Unterschied machen!
Dementsprechend ist das Spiel oft ein anderes, mit schwächeren Teams. Der Gegner gewährt einem vielleicht nicht mehr Freiräume, aber unterbewusst rechnet er gegen schwache Gegenspieler tendentiell nicht mit einer Überraschung, wohingegen man bei C. Ronaldo oder Messi quasi damit rechnet, dass dieser versuchen wird, durchzustoßen. Es mag nur meine Beobachtung über einen langen Zeitraum sein, die andere noch nicht gemacht haben – aber ich stehe definitiv dazu.

Wenn ihr also nun für euer Ligateam – wir gehen mal davon aus, dass ihr nicht nur 85+ Spieler im Team habt – einen Kader zusammenstellt, versucht ihn möglichst groß zu halten und bringt durchaus mal ein paar Lieblingsspieler mit hinein. So tummeln sich sogar Ex-Spieler von Alemannia Aachen im Spiel und das macht mich als reichlich geplagten Fan wenigstens ein bißchen euphorisch. Achtet eher weniger auf die Gesamtstärke der Spieler, sondern vielmehr auf die einzelnen Attribute inkl. der Tagesform und achtet auf die speziellen Karten der Spieler, damit ihr diese im Spiel auch ausnutzen könnt. Und versucht so gut es geht nach Formen aufzustellen – dann kann schon fast nichts mehr schiefgehen!

Nun geht es aber endlich ab auf den Platz! Viel Spaß und viel Erfolg!

Die bisherigen Artikel der Serie “PES Expertenwissen”:

Teil 1: PES-Expertenwissen #1: Die Gesamtwertung

Teil 2: PES-Expertenwissen #2: Spieler-Attribute

Teil 3: PES-Expertenwissen #3: Special Cards

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Autor

Ich bin der Harry, seit Jahren in der PES-Szene als Zeus bekannt. Lange Zeit erfolgreicher Manager der PSO, dazu begeisterter Anhänger der PES Premier League. Ich bin Taktikfuchs, Datenbankfreak und kontere mich durchs Spiel. Auf ProRevo dürft ihr mich gerne alles Fragen, was mit dem Spiel, Taktik, Spielern o.Ä. zu tun hat.

15 Kommentare

  1. Billy 27. August 2013 um 22:03

    Danke Zeus für diese interessante Serie, sie ist von der ersten Folge bis zum Fazit rundum gelungen, gut lesbar geschrieben und bietet auch für „alte Hasen“ genügend Details, die man noch mitnehmen kann. Super Arbeit, Hut ab!

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    • Zeus 27. August 2013 um 23:41

      Vielen Dank! 🙂

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  2. Nico 27. August 2013 um 22:18

    Guter Beitrag! Krass, wie stark die Tendenzen bzw. Steigerungen zwischen Lila Pfeil nach unten und Roter Pfeil nach oben sich auswirken kann…. durchaus aber nicht unrealistisch

    Hat ein Spieler nun mal echt mehr als einen schlechten Lauf – also eine richtige Negativserie – macht es auch im echten Leben mehr als nur Sinn man den „schwächeren“ aber „Gut-in-Form“ Spieler zu bringen.

    Leider lassen sich aber die 3 Beispieltabellen der Einzelspieler nicht vergrößern!

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  3. Tito 28. August 2013 um 00:35

    Für einen Neuling wie mich ist dieser Beitrag sehr informativ. Wusste garnicht wie sehr sich die Attribute ändern können. Auf jeden Fall gut zu wissen.

    Ich hätte da eine Frage, was sagt die allgemeine Stärke eines Spielers aus? Bedeutet es, dass er Körperlich Stärker (Robust) ist oder mehr sich durchsetzen kann?

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    • Gadileth 28. August 2013 um 01:35

      Sagt nichts wirklich Relevantes aus.
      Ist nur eine Annahme von Konami wie gut ein Spieler auf einer Position mit seinen Werten ca. ist.

      Wurde auch eigentlich nur von Fifa übernommen, weil es dort relativ populär ist. Gab ja vorher auch nur die Achtecke.

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  4. Petro 28. August 2013 um 07:45

    Der Sinn hinter der Form ist wirklich gut. Aber meines Erachtens sind die Unterschiede von schlechter zu guter Form einfach zu groß. Gerade Schnelligkeit kann sich doch nicht so gravierend ändern nur weil man gut in Form ist. Ein Ronaldo ( Schnelligkeit 87 ) mit schlechter und guter Form macht dann einen Unterschied aus von Schnelligkeit 97,4 zu 71,3. Das sind dann über 26 Punkten Differenz. Das ist echt zu viel.

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  5. SW 28. August 2013 um 07:47

    Wird dieses System 1zu1 auch in PES 2014 enthalten sein? Oder bezieht sich der Artikel rein auf PES 2013?

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    • Zeus 28. August 2013 um 12:33

      Das kann ich leider nicht sagen, ich gehe aber mal davon aus, dass die Formen nach wie vor einen relativ großen Einfluß auf diese Werte haben werden. Aber das ist meine persönliche Einschätzung.
      Der Artikel bezieht sich nur auf PES 2013.

      Für PES 2014 müssen wir dann neu recherchieren, da u.A. die Attribute stark ausgebaut werden.

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  6. VampiRos 28. August 2013 um 09:00

    Ich denke mal, es wird bei PES 14 auch diverse stats anpassungen geben, aber die % erhöhungen/senkungen denke ich werden vlt. anders sein

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  7. wiesl 28. August 2013 um 09:15

    Schöner Artikel, Zeus.

    Sind diese Formpfeil-Prozentwerte auch für PES 13 noch verifiziert? Hat das jemand bei PES 13 mal nachgeprüft? (sofern das möglich ist). Die Tabelle ist ja ursprünglich aus einem alten Handbuch, oder?

    Ich hoffe mal auf ein klein wenig Überarbeitung im 14er, niemand wird fast 20% langsamer, weil er schlecht geschlafen hat.

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  8. RoNex 28. August 2013 um 09:25

    Die Form sollte eigentlich nur die Effektivität des Spielers beeinflussen und vllt die Ausdauer, ein Spieler der in Form ist rennt nicht schneller oder schiesst nicht härter, aber ihm gelingen Pässe, Abschlüsse, Dribblings und er kann 90 min Vollgas geben usw…

    Wie auch schon von Petro geschrieben hat das ganze zu viel Einfluss auf die eigentlich festen Werte wie Schnelligkeit oder auch Kraft(CR in echt in schlechter Form schiesst immer noch scharf, seine Schüsse kommen aber nicht Präziese aufs Tor)

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  9. Barney 29. August 2013 um 21:18

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Das mit den % ist eine gute Idee, wirkt sich aber zu krass aus. Es sollten wirklich nur Attribute verändern die die effektivität beeinflussen. Wenn Walcott nen schlechten Tag hat ist er doch nicht langsamer, springt nicht so hoch oder hat nen schlafferen Schuss. Sein Spiel sollte weniger genau sein und sollte auswirkungen auf, Schussgenauigkeit, Kopfballgenauigkeit oder Dribbelstärke haben.

    Zeus.
    Ich hab da noch ne Frage. Wovon ist die Tagesform abhängig und wie lange hält die Gute Form ? Wenn ein Stürmer jedes Spiel knipst, sollte die Form doch dauerhaft im positiven Bereich sein. Je nach Note rot oder Orange. Ist das der Fall ? Ich glaub nicht oder ? Kommt mir eher zufallsgeneriert vor

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    • Zeus 30. August 2013 um 12:31

      Der Formpfeil ist in Freundschaftsspielen bzw. normalen Onlinespielen von dem Attribut „Tagesform“ abhängig. Die Skala reicht da von 1 bis 8, wobei 8 bedeutet, dass der Spieler quasi sehr sehr selten einen Pfeil nach unten hat und fast immer einsetzbar ist.

      Für die ML heißt dieses Attribut, dass ein 8er Spieler seine Form länger konservieren kann und nur kürzer ausfällt, während ein Spieler mit z.B. Tagesform 2 meistens nur 1 oder 2 Spiele macht und dann wieder für 4-5 Spiele eine schlechte Form hat.

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  10. Bareny 6. September 2013 um 20:34

    Alles klar, danke.

    Meiner Meinung nach eine schlecht implementierte Idee. Bei PES 6 waren die Spieler in der ML selten gut oder schlecht drauf. Ab und zu hatte dann zb ein Talent einen roten Pfeil und man hat überlegt ob man ihn vielleicht der Stammkraft vorzieht, wenn beide Fit waren. In den aktuellen Teilen muss man ein großen Kader haben und immer anders aufstellen, um keine Leute mit einem blauen oder lila farbenden Pfeil aufstellen zu müssen. Sehr unrealistisch. In der Realität spielen Mannschaften doch auch über mehrere Spiele mit der selben Aufstellung. Das ist beim aktuellen PES nicht wirklich möglich. Einem Spieler zu unterstellen er ruft nur selten Topleistungen ab finde ich auch etwas seltsam. Oft passt er einfach nur nicht in die Mannschaft und woanders blüht er förmlich auf.
    Kurz:
    Ich finde die Form sollte von den letzten Ergebnissen, der Note im Spiel (die zunächst mal korrekt errechnet werden müsste) und von den Einsatzzeiten abhängen. Wenn ich einen Robben ständig für einen schlechter bewerteten Spieler auf der Bank setzte oder mit einer Aufstellung spiele in der keine Position spielen kann, wird er mit der Zeit immer unzufriedener und seine Form sinkt. Wenn ich einem 17 Jährigen, mit niedriger Gesamtbewertung, immer wieder die Chance gebe zu Spielen und er gute Spiele macht, sollte seine Form steigen. Gehört ja auch irgendwie zum Thema Realismus. Wieso sollte ein Lewandowski zb nach 3 Butzen im nächsten Spiel schlecht drauf sein. Die Tagesform zb sollte beschreiben wie lange ein Spieler die gute oder schlechte Form hält und nicht wie oft er gut oder schlecht drauf ist.

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