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PES 2013: Wir haben das Spiel für euch in London gespielt

Am Dienstag war ich für euch im britischen Büro von Konami in London und habe das neue Pro Evolution Soccer 2013 angespielt. Im Folgenden werde ich meine Eindrücke für euch zusammenfassen und hoffe, euch so einen ersten Überblick zum nächsten Teil der PES-Serie geben zu können.

Mir ist wichtig, dass ihr wisst, dass ich dieses Review als Fan für euch Fans schreibe. Das hier wird kein Marketingtext, sondern so wie ihr das von prorevo gewohnt seid, ein objektiver Bericht meines Spielerlebnisses. In den nächsten Tagen folgen dann auch noch Artikel mit dem Interview aus London und der Beantwortung eurer Fragen.

Pro Evolution Soccer 2013 Review

(E3 Code)

Die Ausgangssituation
Die Demo bietet 7 Teams. Vier spanische und drei aus der Copa. Drei Stadien (Santiago Bernabeu, Camp Nou und eines aus der Copa). Gespielt wird auf XBox360 und Playsttion 3. Die meiste Zeit haben wir mit der PS3-Version verbracht. Freigeschaltet war leider nur der Freundschaftsspiel-Modus.

 

Pregame
Das Hauptmenü ist sehr schlicht gehalten. Im Hintergrund läuft der Teaser mit CR7 und als Menüleiste gibt es weiße Symbole. Das ist schlicht, einfach und schaut durchaus edel aus. Dahinter gibt es ein paar Änderungen. Die Menüs bei der Mannschaftsauswahl und bevor man das Spiel startet oder zum Gameplan wechselt sind neu gestaltet. Hier sieht man nun nicht mehr nur den Oberkörper, sondern den ganzen Spieler. Nett.

An der Einlaufszene hat sich bisher nichts verändert. – Nun geht es auf den Platz.

 

Spielerverhalten: Die Freiheit nehm ich mir
Die Spieler lassen sich gut und direkt steuern. Das Spiel ist eine gute Stufe langsamer als PES 2012 (Spielgeschwindigkeit „0“ aus PES 2013 entspricht ungefähr „+1“ in PES 2013). Dadurch hat man für die einzelnen Befehle einen Wimpernschlag mehr Zeit und das macht als Ganzes einen wirklich soliden Eindruck.

Dribblings sind mit den Spielern im realistischen Rahmen möglich und die neue FirstTouch-Control bietet für technisch-versierte Spieler eine sehr dynamische Möglichkeit den Ball anzunehmen und direkt zu verarbeiten. Mir persönlich ist es in der Kürze der Zeit aber nicht gelungen, das neue Feature effizient einzusetzen. Ippei Nio vom PES-Production-Team hat damit aber ein paar sehr kreative und beeindruckende Dinge angestellt.
Für Balance ganz wichtig ist, dass es auf der anderen Seite auch leichter geworden ist, den Angreifer vom Ball zu trennen. Und zwar auch einen Lionel Messi oder einen Cristiano Ronaldo. Mir gefällt besonders das schnelle Tackling indem man 2x „X“ drückt. Bei diesem Tackling muss das Timing aber besonders stimmen.

Alles in allem ist rennen zum Glück nicht mehr so effektiv. Einziges Mittel (und das sagen selbst die anwesenden PES-League-Profis): Passen!

Passspiel: Good old times
Ich bin bewusst vorsichtig mit PES6-Vergleichen. Aber mich überzeugt das Passspiel wie selten zuvor. Das Passspiel profitiert vom langsameren Tempo. Es bleibt mehr Zeit zu zielen und wie in PES 2011 ist es auch wieder möglich, einen Spieler zu überspielen. Der Ball geht nicht wie im 2012er zum am nähesten positionierten Spieler in der Richtung. Es wird genauer gepasst und mit der richtigen Kraft-Aufladung geht der Ball auch da dahin, wo er hin soll. Auch die hohen Pässe in den Lauf (L1 + Dreieck) sind wesentlich nutzerlastiger und weniger K.I.-beeinflusst. Hoffentlich bleibt das bis zur finalen Version so individuell. Aktuell macht es wirklich Spaß.

 

Torhüter: Stark auf der Linie, Pannen beim Stellungsspiel
Vorneweg: die Torhüter sind verbessert. Gerade auf der Linie profitieren sie von den neuen Animationen und von denen gibt es gleich eine ganze Reihe. Der erweiterte Spielraum durch die neuen Bewegungen wirkt sich vor allem auf ihre Paraden aus. Das ist gut gelungen und ist ebenso ein klarer Pluspunkt, wie die Powerbar bei Abwürfen.

Was mich immer noch stört ist das Stellungsspiel. Hier gibt es zwar einige positive Ausnahmen, im Großen und Ganzen erinnert einen das Rauslaufverhalten doch noch sehr an PES2012. Großer Lichtblick für alle Profis unter euch: Es gibt wieder einen Torwart-Cursor wie in PES6-Zeiten. Wer diese Methodik beherrscht, kann manuell die noch schwächelnde K.I. komplett ausgleichen.

Und damit wären wir auch gleich bei dem, was die Goalies auf den Kasten bekommen.

Torschüsse: Manuell will gelernt sein
Nach dem E3-Video und den verschiedenen Buden, die Cristiano Ronaldo dort Victor Valdez einschenkt, hatte ich etwas Angst, dass dieses neue Feature zu übermächtig wird und der Torhüter ohne reale Chancen ist.

Da kann ich euch insofern beruhigen, als das manuelles Schießen kein Kinderspiel ist. Vom Fan im dritten Oberrang bis hin zum Linienrichter hab ich bestimmt alles einmal getroffen. Man kann wirklich schöne Distanzschüsse abfeuern oder den Ball in die kurze Ecke schieben. Stimmt das Timing und die Ausrichtung des Analog-Sticks aber nicht, dann resultiert das in einer enormen Streuung. Hier ist einiges an Übung notwendig und ein paar Runden im Trainingsmode werden da sicherlich nicht schaden.

Wenn man es beherrscht, dann wird es für jeden ein klasse Feature und im echten Leben ist es ja auch so: Ein gut platzierter Schuss vom 16er (z.B. Nasris Tor bei der EM im Spiel Frankreich-England) ist ebenso schwer zu halten, wie ein perfekter Lupfer von Messi. Die Balance dürfte hier kein Problem werden.

Nebenbei sei erwähnt, dass alle anderen, die sich die manuellen Schüsse nicht zutrauen, von verbesserten unterstützten Schüssen profitieren. Aber die manuellen Schüsse sind schon eine Herausforderung die man annehmen sollte, wenn man sich selber nicht nur als Gelegenheitsspieler bezeichnen würde.

 

PlayerID:
Die PlayerID zeigt sich besonders in den Animationen. Hier gibt es schon einen wirklich hohen Wiedererkennungswert bei manchen Spielern. In den Stunden die wir gespielt haben, fand ich nicht, dass es zu extrem ist. Es entstanden nicht viele spürbare, zusätzliche Vorteile im Vergleich zu PES 2012. Die Balance ist da sicherlich ein wichtiger Punkt und da ist mir nichts besonders negativ aufgefallen. Also ein Godmode-Feature ist es nicht und das ist auch gut so.

K.I.:
Auf Grund der Tatsache, dass ich in London auch noch ein Interview mit Jon Murphy, Manorito Hosoda und Ippei Nio vom PES-Team geführt habe (das erscheint in den nächsten Tagen) hatte ich keine Zeit, Spiele gegen die K.I. alleine zu spielen. Wir haben also immer 1gegen1 gezockt. Daher möchte ich mich hier auf das Stellungsspiel der eigenen Verteidiger und die Unterstützung durch die Mitspieler im Angriff beschränken. Mit den angreifenden Teamkollegen war ich schon in PES 2012 zufrieden und auch in PES 2013 unterstützen sie einen gut. Besonders hat mir hier das Kreuzen von Mitspielern und das Überlaufen von Flügelspielern gefallen. Kombiniert mit dem Passspiel lassen sich diese auch anspielen, ohne das der sprintende Spieler nochmal das Tempo verringern muss oder gar abbremst. In der Defensive gibt es wenig zu berichten und das ist positiv gemeint. Denn die Abwehrspieler machen ihren Job und überzeugen.

 

Schiedsrichter:
Die Herren in Schwarz haben nur ein minimales Upgrade erfahren. Was mir besser gefiel war, dass Vorteile etwas länger abgewartet werden. Für mich etwas unverständlich ist, dass es immer noch keine nachträglichen gelben Karten gibt. Sobald ein Mitspieler des Gefoulten an den Ball kommt und weiterspielt ist der Sünder aus dem Schneider. Wenn man hiervon absieht, dann machen sie ihren Job in Sachen Abseits und Fouls aber ganz solide. In Sachen Fouls pfeifen sie eine mit PES 2012 vergleichbare Linie. Ein aus meiner Sicht immer noch recht großzügiger, britischer Stil.

 

Grafik: Der Fokus lag auf dem Gameplay
In allen PES-Umfragen, sei es vom PES-Team oder auch hier auf prorevo, hat sich gezeigt, dass wir Fans mit der Grafik generell ganz zufrieden sind und das Team seine Energie lieber für das Gameplay verwenden soll. Und das ist auch passiert. Während die Arbeit im Gameplay an allen Ecken spürbar ist, hat die Grafik nur ein vergleichsweise sanftes Facelifting bekommen. Die Beleuchtung ist wesentlich besser und der Grauschleicher ist verschwunden. Im Copa-Freundschaftsspiel haben wir allerdings leuchtende Bengalos entdeckt. Das sah schon ganz nett aus. Die Zuschauer auf der Tribüne haben teilweise Trikots der jeweiligen Mannschaften an. Nicht quer durcheinander, sondern tendenziell nach Heim- und Auswärtsfans getrennt.

Atmosphäre & Kommentator
Beim Thema Atmosphäre und dem Kommentator möchte ich mich mit einem Urteil bewusst zurückhalten. Das hat drei Gründe: 1) Das Spiel hatte einen englischen Kommentator. 2) Es liefen sieben Fernseher mit Ton durcheinander. Da war es schwer etwas zu filtern. Ich habe zwar ein Spiel mit Kopfhörer absolviert aber das ist wenig repräsentativ. 3) Es waren noch nicht alle Sound-Chants integriert. – Dazu gibt es dann im nächsten Test mehr.

 

Diverses:

  • Das Elfmetersystem ist gleich geblieben
  • Es gibt immer noch die gewohnten Überblendungen. Diese sind aber nun ein klein bisschen schneller.

 

Es gibt noch einige Hausaufgaben bis zum Release von PES 2013. Aber dafür waren extra zwei Vertreter vom japanischen PES-Production-Team den ganzen Tag in London mit dabei. Den beiden haben wir die Szenen gezeigt, in denen z.B. der Torwart unglücklich agierte und sie werden das mit den Programmierern direkt kommunizieren.

 

Insgesamt macht das Spiel einen wirklich guten Eindruck. Pro Evolution Soccer 2013 ist die erhoffte Weiterentwicklung im Gameplay. Da hat das Team aus meiner Sicht, die richtigen Akzente gesetzt. An der Grafik zu schrauben, bevor es dann in PES 2014 mit neuer Engine auf vielleicht schon neuen Konsolen weitergeht, hätte aus meiner Sicht auch nicht wirklich Sinn gemacht.

Ich hoffe, dass das Spiel bis zum Ende weiter so wenig von der CPU beeinflusst bleibt. Das fühlt sich wirklich gut an und kommt dem Ziel „total freedom“ auf jeden Fall sehr viel näher als im letzten Jahr.

Freut euch auf die Demo. Jon hat mit bestätigt, dass sie gegen Ende Juli kommt und euch einen ersten Endruck vom Spiel vermittelt. Zum Release erscheint dann nochmal eine zweite Demo mit dem finalen Code. – Wir informieren euch, wenn wir ein genaues Datum haben und das solltet ihr euch dann wirklich rot im Kalender markieren. Es lohnt sich!

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Autor

Ich bin 25 Jahre alt und begleite die Entwicklung von Pro Evolution Soccer seit 2006 als Chefredakteur von prorevo - früher auch unter dem Nickname 'mrbasket'. Mit dem prorevoBlog liefern wir euch alles Wissenswerte rund um Pro Evolution Soccer. Egal ob News, Screenshots oder Trailer. Hier seid ihr richtig. Natürlich fahren wir für euch auch zu den wichtigsten Events wie (DM, World Finals, etc.) und berichten ausführlich. - Mich persönlich findet ihr auch auf Twitter!

73 Kommentare

  1. Fletchair 18. Juni 2012 um 17:18

    Sieht alles schon sehr viel versprechend aus.
    Auch das es wieder hin zu mehr echtem Fussball und weg vom R1 gerenne von PES 2012 geht, gefällt mir sehr!
    Rein optisch ist auf dieser Konsole eh nicht mehr allzu viel möglich.
    Was nützt mir ne tolle Grafik und ne Klasse Spiele Verpackung,wenn der Rest Einheits (EA) Brei ist.
    Ich freue mich auf die 1. DEMO im Juli !!!
    Bis denn : Push the Button… 🙂

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  2. Kris 20. Juni 2012 um 11:15

    Ich dachte auch immer Fifa sei Brei! Hatte Pes 4,5,6,2008,2009,2010,2011 und Pes 2012!
    Mein erstes Fußballspiel war Fifa 2000 hach göttliches Intro 😉 kann mich immer noch erinnern dann hab ich mal Fifa 05 und Fifa 2009 gespielt! 2011 auch ganz kurz hat mich aber alles wenig überzeugt bis auf FIFA 12! Alles um Längen besser als bei PES! Mit Ausnahme des Schiedsrichters! Der is echt genauso dumm!
    Also wirklich allein schon die Animationen und der Törhüter sind 5 Jahre voraus! Dann noch die Meisterliga war ein Fanatiker davon in Pes schon aber Fifa 12 is einfach viel besser!
    Und dann noch zum Gameplay.. Player Impact Engine einfach wie es sich anfühlt… man kann nicht einfach mit einem Stürmer bis aufs Tor laufen! Querpässe vor dem Tor sind viel schwieriger zu spielen.. Da die Mitspieler geschickter Decken und der Torwart einfach genial ist. Könnte Stundenlang weiterreden!

    Werd mir dieses Jahr auch wieder beide ansehen aber denke nicht das PES 2013 eine Chance gegen FIFA 13 hat!

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    • Ufuk95'er 20. Juni 2012 um 14:53

      Jaaa, tell me more, tell me more! … -.-

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  3. AK12 1. Juli 2012 um 12:30

    „Es gibt wieder einen Torwart-Cursor wie in PES6-Zeiten.“

    Ähhm den Torwart-Cursor gab es auch in den Teilen 2008-2012.

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