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prorevo Vorschau zu PES 2012 – Teil #2 (inkl. Gameplay Videos)

Im ersten Teil unseres Berichtes zum Test einer frühen Version von Pro Evolution Soccer 2012 haben wir euch versprochen, dass es im zweiten Teil mit einem Kracher weitergeht. Einer Änderung, die das Spiel entscheidend prägen wird. Jetzt ist das Embargo abgelaufen und wir wollen euch unsere Eindrücke von zwei wichtigen Bestandteilen von PES 2012 beschreiben. Um das Ganze deutlicher zu machen, hat uns KONAMI ein paar Gameplay-Videos mitgegeben, in denen Jon Murphy die Änderungen noch einmal erklärt und die Verbesserungen im Vergleich zu PES 2011 deutlich werden. Hier kommt der zweite Teil unserer PES 2012 – Vorschau.

Die K.I. (künstliche Intelligenz) – Active A.I.:

Die K.I. ist der versprochene Schritt nach vorne. Das neue System nennt KONAMI „Active A.I.“. Speziell im Spiel gegen den COM wird das deutlich. Aber auch die eigenen Mitspieler verhalten sich klüger. Hier hat das Team aus Japan den Fokus in der Entwicklung richtig gesetzt und die viele Arbeit zahlt sich aus. Im Folgenden zeigen wir euch ein paar Situationen auf, die gut beschreiben, was sich an der K.I. getan hat und wie das im Spiel deutlich wird:

• Freistöße: Bei Freistößen des COM flankt dieser zunehmend, anstatt hoffnungslos aus der Distanz abzuziehen. Dieses Flanken ist wesentlich effektiver und die Bälle landen wirklich im Zentrum des Geschehens. In PES 2011 landen diese Freistoßflanken noch oft meterweit, an Freund und Freind vorbei, im Aus. Bei den Freistößen, die wir durch Fouls provoziert haben, war das sehr viel gelungener und damit verbunden gefährlicher.

• Die Angriffe des COM: Die Offensivaktionen des COMs sind um ein vielfaches individueller und vielfältiger. Dafür gibt es diverse Beispiele.

Hier ein paar davon:
–> Die K.I. spielt wieder mehr über die Flügel. Wenn sich an der Grundlinie die Chance ergibt, zieht der Stürmer sogar an der Grundlinie entlang in den Sechzehner. Bei PES 2011 wurde da in den meisten Fällen schlicht geflankt.
–> Im Abschluss sucht die K.I. stets den am besten positionierten Spieler. In den vergangenen Teilen der Serie wurde noch aus allen Lagen aufs Tor gefeuert. Egal wie spitz der Winkel auch war. Nun wird der Ball auch mal in den Rücken der Abwehr gepasst, wo ein Mitspieler herangelaufen kommt und einschieben kann. Gibt man dem Stürmer auf der anderen Seite 20-25 Meter vor dem Tor zu viel Platz und besitzt er gute Schussfähigkeiten, dann wird auch mal der Hammer ausgepackt.
–> Der COM arbeitet vermehrt mit hohen Pässen in den freien Raum und schickt Spieler auf die Reise.
–> Fazit: Die Angriffe sind individueller und somit schwieriger zu verteidigen. Diese Vielfalt tut dem Spiel gerade offline gut und wird den langfristigen Spielspass fördern.

• Die Defensivarbeit der K.I.: Hier fällt vor allem auf, dass die Verteidigung als Team auftritt. Sie übergeben Spieler an Teamkollegen und passen sich an ihren Gegenspieler an. Ein Christiano Ronaldo wird näher verteidigt, als ein normaler Spieler. Sie gehen auf den Stürmer, noch bevor er den Ball angenommen hat und lassen sich fallen, wenn der Ball z.B. auf den anderen Flügel gespielt wird. Das wirkt professioneller.

• Die eigenen Mitspieler: In PES 2011 ist es ein bekanntes Problem, dass der eigene Mitspieler stehen bleibt, wenn man mit ihm einen Pass gespielt hat. Höchstens mit dem Doppelpass kann man ihn zum Weiterlaufen zwingen. Im kommenden Teil gibt es da mehr Möglichkeiten, da der Spieler von selbst nach dem Pass weiterläuft, ohne zu stoppen. Kombiniert mit Sprints der anderen Stürmer in die Lücken der Abwehr oder das Schaffen von Freiräumen, wenn ein Mitspieler einen Gegenspieler auf sich zieht, gibt das mehr Möglichkeiten, das eigene Spiel zu gestalten. Wenn die Laufwege jetzt noch weiter verfeinert werden, dann ist es ein großer Schritt nach vorne.

• Der Schwierigkeitsgrad: Im Test stand uns ausschließlich der Schwierigkeitsgrad „Profi“ zur Verfügung. Während es unserer Meinung nach in PES 2011 definitiv möglich ist, den Gegner auf „Top-Spieler“ zu beherrschen, hatten wir im Test Schwierigkeiten, auf „Profi“ mit Deutschland gegen Ghana zu gewinnen. Vielleicht muss man sich erst auf das neue, individuellere Spiel einstellen. Anfänglich ist der zweithöchste Schwierigkeitsgrad aber auch für erfahrene PES-Spieler eine große Herausforderung, wenn man mit zwei Teams spielt, die auf Augenhöhe miteinander konkurrieren.

Off-the-Ball-Control:

Die große Neuerung, die wir euch angekündigt haben, ist die „Off-the-Ball-Control“. Für dieses neue Element ist der rechte Analogstick reserviert und damit kann man viele feine Sachen machen. Damit ihr einen Überblick bekommt, gibt es auch hier wieder einige praktische Beispiele aus dem Test:

• Spielerwechsel per rechten Analogstick: Neben L1 kann man nun auch mit dem rechten Analogstick den Spieler wechseln. Dies ist von der Richtung genauer und vermeidet Fehler bei der Spieleranwahl. Dadurch, dass man es aber seit Jahren gewöhnt ist, auf L1 umzuschalten, ist diese Variante sehr neu und gewöhnungsbedürftig. Durch die Routine über die Jahre haben wir im Test zumindest immer noch L1 genutzt. – Wenn man komplett ohne Unterstützung bei der Cursorwahl spielt, kann man mit dem rechten Analogstick auch als Angreifer zu einem anderen Spieler umschalten, mit ihm dann in einen freien Raum laufen und wie bei ‚Werde zur Legende‘ den Ball per Handzeichen anfordern. Das ist zwar im Prinzip nichts Neues, denn dieses Feature gibt es auch schon in PES 2011. Allerdings hilft der Spielerwechsel über den rechten Analogstick, schneller den gewünschten Mitspieler anzuwählen, ohne oft auf L1 drücken zu müssen.

• „Off-the-Ball“ bei Standardsituationen (Freistößen & Ecken): Hier zeigt das Feature, wie viele Entfaltungsmöglichkeiten in ihm stecken. Denn damit kann man die Standardsituationen individueller denn je gestalten. Man steht zu Beginn der jeweiligen Szene normal wie bei PES 2011 mit dem Schützen am Ball. Betätigt man nun den rechten Analogstick, kann man einen Spieler anwählen, der nicht am Ball ist. Mit dem linken Stick kann man ihn nun wie gewohnt steuern. Das eröffnet die Chance, noch bevor die Ecke ausgeführt wird, Laufduelle einzuleiten, Finten zu laufen oder in Freiräume zu stoßen. Das geht wirklich individuell und macht das eigene Spiel völlig unberechenbar.

Dazu noch ein paar Szenarien:

–> Bei der Ecke wähle ich den Spieler am kurzen Pfosten und ziehe ihn in Richtung Schützen. Der Verteidiger folgt ihm, da er eine kurze Ecke erwartet. In dem Moment schalte ich ein weiteres Mal um und renne mit einem Spieler los, der am Elfmeterpunkt steht. Nun wird im vollen Lauf des zweiten Spielers die Flanken-Taste gedrückt. Der Laufweg zum kurzen Pfosten, wo jetzt die Lücke entstanden ist, stimmt mit der Flanke überein und der Ball geht mit dem anschließenden Kopfball wuchtig an die Latte. Beim nächsten Mal klappt es vielleicht mit dem Treffer.
–> Es gibt einen langen Freistoß aus rund 35 Metern. Hier hat man auch wieder die Qual der Wahl. Man kann mit dem Mitspieler in Richtung kurzer Pfosten laufen und den Ball am Elfmeterpunkt per Volley nehmen. Oder man täuscht einen Laufweg in die Mitte an und zieht mit dem Spieler dann doch auf den Flügel und bekommt den Ball mit einem hohen, langen Pass. Anschließend hat man beispielsweise die Möglichkeit zu flanken.
–> Das Feature verbessert auch den Einwurf. Hier hat man mehr Optionen, da man jeden Spieler zum Einwurf heranziehen kann. Man kann sich dadurch besser vom Gegenspieler lösen und der Einwurf ist nicht mehr so leicht zu verteidigen. Ausserdem kann man den Ball in den Laufweg des Teamkollegen werfen.
–> Fazit: Wie gut die Aktionen gelingen hängt vom Timing und den Laufwegen ab. Ist es zu einfach durchschaubar oder schlecht getimed, dann ist die Abwehr zur Stelle. Außerdem sind die Fähigkeiten des Schützens wichtig, um einen Ball wie geplant zu spielen. Dieses neue Feature ist eine große Bereicherung für alle Standards. Es ist eine Möglichkeit, um damit sehr gefährliche Varianten zu generieren und den Gegner zu überraschen. Zum Glück ist das Ganze aber auch nicht erdrückend effektiv. – Schade ist nur, dass dieses Feature bisher nur mit der Flanken-Taste und dem normalen Pass zu nutzen ist. Hier würden wir uns wünschen, dass man den Ball auch mit dem tödlichen Pass an der Mauer vorbeilegen könnte.

• Abstoß: Zuletzt ist auch der Abstoß des Torhüters mit dem Feature ausgestattet und somit kann man den Abstoß sehr viel genauer steuern und den Ball beispielsweise gezielt auf die Flügelspieler spielen. Die Zeiten, dass der Gegenspieler den beim Abstoß abfangen kann, sind endlich vorbei.

Wenn ihr weitere Fragen habt, dann könnt ihr diese gerne im Artikel „PES 2012: Eure Fragen – unsere Antworten“ stellen. Wir versuchen diese so gut und so schnell wie möglich zu klären.
Bitte beachtet, dass wir aktuell zu folgenden Themen noch nichts sagen können: Editor, Lizenzen, Spielmodi (beispielsweise Football Life) und Stats.

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Autor

Ich bin 25 Jahre alt und begleite die Entwicklung von Pro Evolution Soccer seit 2006 als Chefredakteur von prorevo – früher auch unter dem Nickname ‚mrbasket‘. Mit dem prorevoBlog liefern wir euch alles Wissenswerte rund um Pro Evolution Soccer. Egal ob News, Screenshots oder Trailer. Hier seid ihr richtig. Natürlich fahren wir für euch auch zu den wichtigsten Events wie (DM, World Finals, etc.) und berichten ausführlich. – Mich persönlich findet ihr auch auf Twitter!

297 Kommentare

  1. Souly 20. Juli 2011 um 13:58
    • Kai 20. Juli 2011 um 14:01

      Geil gemacht, ma sehn wie das von der Umsetzung her klappt 🙂

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  2. freddie 20. Juli 2011 um 14:04

    schön zu sehen das die netze doch noch gestrafft wurden

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    • JonnyP58 21. Juli 2011 um 17:42

      Dem stimme ich voll und ganz zu. Die Netzte sind bisher die besten die es je in PES gab.

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  3. Flapper 28. Juli 2011 um 21:51

    Wie ist die Stadionatmosphäre.
    Immer noch so“lauwarm“ wie im 2011er Teil ?

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  4. Gordi 25. August 2011 um 21:26

    So nach einigen Partien auf PC und heute auf der PS3 mit ich doch positiv überrascht. Wenn die bereits von euch genannten Kritikpunkte bis zur finalen Version bereinigt sind, wird das ein richtig gutes PES. Ob es an das 6er ran kommt wird sich erst später zeigen. Zur Abwehr muss ich sagen, wird der treue PES Spieler vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Und das macht richtig Spaß. Nix mehr mit Ball ablaufen+ leichtes tackling mit 90%iger Erfolgschance und ab nach vorne. Hab vorhin unter Top-Spieler mit Porto gegen den AC 3:2 nur durch gute Abwehr und 3 Konter gewonnen. Hatte mit 3 Toren geführt dann wude ich nachlässig:). PES mal aus einer anderen Perspektive. Man muss halt hinten gut stehen und schnell reagieren. Aber ein wenig sollte der Kleber am Ball doch bis zum Release entfernt werden.

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