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PES2011 für das iPhone & iPod touch – prorevo Rating: 9/10

Das Hauptmenü von PES2011

Ich bin ein Apple-Fan. Während der iPod touch mich schon seit seinen ersten Tagen treu begleitet, hat sich nach langem Überlegen nun auch ein iPad dazu gesellt. Keine mobile Plattform expandiert so schnell wie der AppStore von Apple. Er ist ein großer Zukunftsmarkt und das hat auch KONAMI schnell bemerkt. Dem folgendem Preview liegt zwar ein iPad-Test zu Grunde, allerdings habe ich die Screens im sogenannten iPhone-Modus geschossen und schreibe deshalb auch aus der iPhone-Sicht. Vom Feeling her ist mit dem 2010er vergleichbar, dass ich auf dem iPod gespielt habe.

Der Erfolg spricht für den Apple-Ableger und daher erscheint nun aus der mobilen Entwicklerschmiede rund um Alex dé Rouge in Paris nun der zweite Apple-Ableger der Pro Evolution Soccer – Serie: PES2011 für iPhone / iPod touch und iPad.

Da ich das Glück habe, diese Version seit ein paar Tagen vorab testen zu dürfen, möchte ich euch pünktlich zum dem Verkaufsstart im AppSore meine Eindrücke schildern.

Auswahl der Mannschaften

3 verschiedene Steuerungen

Erster Eindruck

Erneut sehr positiv fällt der flüssige Ablauf des Spiels auf. Die Animationen sind angenehm geschmeidig. Auch reagieren die Spieler sehr direkt auf meine Kommandos. Die Umsetzung auf dem Platz geschieht meist zeitnah und in der angedachten Art und Weise. Die Grafik ist für ein mobiles Spiel absolut ausreichend und die Menüführung ist intuitiv und easy.

Spielszene aus PES2011

Steuerung und Gameplay

Bei Pro Evolution Soccer 2011 auf dem iPhone kann man zwischen drei verschiedenen Varianten zur Steuerung wählen (Auswahlmöglichkeit stets vor dem Start in einem neuen Modus: Freundschaftsspiel, CL, ect.). Ich bevorzuge die „klassische“ Variante mit dem virtuellen Analog-Stick auf der linken Seite ist und den beiden Buttons „A“ und „B“ auf der rechten Seite. Hiermit lassen sich die Spieler präzise über das virtuelle Grün nach den Wünschen des Spielers steuern.

Mit dabei: Die Powerbar

Mit den beiden Buttons kann man zwischen Schuss und Pass unterscheiden. Hält man den Pass-Button lange, dann flankt der Spieler. Zieht man den „B“-Knopf in eine Richtung, spielt der Spieler in diese Richtung einen Steilpass (genauere Beschreibung der Steuerung s. unterer Screenshot mir einer Übersicht der Gameplay-Anleitung).

Der andere Button ist für Schüsse reserviert. Richtige Tricks fehlen leider immer noch, ist ehrlich gesagt auf dem engen Raum, der zur Steuerung zur Verfügung steht auch schwer umzusetzen, ohne das das Spiel unnötig kompliziert in der Bedienung wird. Dafür ist aber eine durchaus effektive Schuss-Finte mit der Kombination „A“ und beim Auftauchen des Schussbalkens „B“ nutzbar.

Freistoßszene

Die andere Variante ist das „true flow™ -Steuerungssystem. Hierbei steuert man den Spieler nur mit den Beschleunigungssensoren des Gerätes. Man muss sich das Ganze so vorstellen, als wenn man eine Murmel über den Rasen schicken möchte. Der Ansatz ist sehr interessant und auch bei dauerhafter „klassischer“ Steuerung zwischendurch immer wieder eine neue Herausforderung. Durch Tippen auf eine beliebige Stelle des Bildschirms wird eine Aktion ausgeführt. Die Entscheidung welche Aktion ausgeführt wird übernimmt die K.I.. Diese Entscheidung trifft sie aber recht clever, sodass man selten daran verzweifelt.

Lionel Messi in Aktion

Die dritte Option ist eine Mischung aus den ersten Beiden. Man hat zwar einen virtuellen Analog-Stick. Aber die Buttons „A“ und „B“ fehlen und es wird wieder intuitiv durch Tippen auf den Bildschirm K.I.-gesteuert entschieden.

Durch die flüssigen Animationen und die intuitive Steuerung klappt das Gameplay mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl doch recht schnell und das Wichtigste: Es fühlt sich gut an. Auch die Ballphysik wirkt realistisch und die Bälle fliegen gut.

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Erklärung der Steuerung

Grafik & Sound

Pregame-Szene: Aufstellung

Neben den flüssigen Animationen trägt die solide Grafik zu einem ordentlichen Fussballgefühl bei. Das Stadion ist liebevoll gestaltet (z.B. authentische Banden im CL- oder Europa-League-Design) und die Szenen vor und nach dem Spiel sind ganz nett. Die Grafik ist für ein Handyspiel enorm gut und erfüllt alle Zwecke für das mobile Fussballerlebnis.

Auch der Ton überzeugt für ein Handyspiel. Man kann es zwar nicht wirklich Fangesänge nennen, aber die Atmosphäre eines Fussballspiels kommt auf jeden Fall rüber und das Publikum reagiert auch auf die Spielsituationen (z.B. Raunen, wenn ein Ball knapp am Tor vorbeigeht).

Wiederholungen abspeichern (r.) und abrufen (l.)

Das Spielmenü (s. 1.Screenshot oben) ähnelt sehr dem großen Bruder auf den Konsolen oder dem PC. Im Corporate-Design kann man mit dem Finger die Menüleiste verschieben und so diverse Auswahlmöglichkeiten treffen. Leicht zu bedienen und nett fürs Auge. So gehört sich das.

Großer Pluspunkt von PES ist der Wiederholungsmodus. Dieser ist wirklich klasse, da man 360° um den Ball fliegen kann. Man zieht die Position spielend leicht auf eine neue Position und kann in Apple-Manier zoomen. Neu in diesem Teil: Die Wiederholungen können abgespeichert und im Menüpunkt „Gallerie“ angeschaut werden. So könnt ihr eure besten Tore stets festhalten.

Wettbewerbe & Spielmodi

Bei den Wettbewerben kann man wie schon bei PES2010 zwischen Champions-League und Europa-League, sowie diversen Pokalwettbewerben und Ligen wählen. Allerdings unterscheiden sie sich nur in den Szenarien und Abläufen der Wettbewerbe. Der Aufbau im Spiel ist gleich: Es gibt wieder eine Tabelle, ein Kalender-Menü in dem man die kommenden Begegnungen sehen kann sowie eine Torschützen- und Vorlagengeberliste. Gerade bei den Ligen vermisst man eine Managerfunktion für Transfers. Man muss also die ganze Saison über dem ersten Kader vertrauen.

Multiplayer-Menü

Auch in PES2011 gibt es einen Trainingsmodus, indem Anfänger sich an die Steuerung gewöhnen können. Dort kann man auch Elfmeter üben.

Neu dazu gekommen ist der Multiplayer-Modus: Da meine Preview-Version gerätebezogen ist, konnte ich diesen Modus noch nicht für euch testen. Es stehen euch aber die beiden Versionen „Bluetooth“ und „Wifi“ zur verfügung, über die ihr mit einem Freund eine Verbindung für ein Spiel herstellen könnt.

Taktik & KI

Mannschafts-Menü vor dem Spiel

Das Taktikmenü fällt einem Handyspiel entsprechend knapp aus. Dort kann man die Aufstellung ändern und die Formation bestimmen. Außerdem kann man die schützen für diverse Aufgaben wie Freistoß oder Elfmeter vergeben. Weitere Einstellungen kann man nicht vornehmen. Einfluss auf die Taktik haben nur die Formpfeile, die man auch aus dem normalen Spiel kennt und die die Tagesleistung enorm beeinflussen.

Kleiner Tipp an dieser Stelle: Zwischen Trikot-Auswahl und Aufstellung kann man beliebig oft hin und her wechseln. Dadurch verändert sich jedes Mal die Form der Spieler und man kann das theoretisch so lange machen, bis die Schlüsselspieler gute Formpfeile haben.

Beeinflussung der Formpfeilfe (l. vorher, r. nachher)

Die KI ist für ein mobiles Game wirklich gut. Auch die Torhüter präsentieren sich ordentlich. Nur im direkten 1 gegen 1 weisen sie gegen die Stürmer manchmal Schwächen auf. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in 5 Stufen von 1 bis 5 Sterne einstellen und bietet somit sowohl Anfängern, als auch Profis gleichermaßen Spielspaß.

Abseitsentscheidung in PES2011

Der Schiedsrichter schlägt sich gut. Abseits wird ordentlich erkannt und die Fouls generell auch gut gepfiffen. Nur mit der roten Karte geht der Referee etwas lockerer um, wenn man böse grätscht. Wer einen etwas aggressiveren und grätschen-lastigen Spielstil pflegt, der beendet manch Spiel öfters mal mit einem Mann weniger. Das gilt aber auch für die K.I. und so spielte ich im Champions-League-Finale mit dem FC Barcelona am 10 gegen 10 gegen die Jungs aus North London.

Verschiedene Auswahloptionen

Fazit:

Nach PES2010 kann auch Pro Evolution Soccer 2011 auf dem iPhone überzeugen. Für ein mobiles Spiel ist es wirklich gut gelungen und macht Spaß. Zum schon guten Gameplay mit sauberen Animationen kommen im 2.Ableger der mobilen Serie neue Features wie das Abspeichern von Wiederholungen, der Multiplayer-Modus und eine vergrößerte Datenbank an Mannschaften. Daher vergebe ich an PES2011 9/10 Punkten. Volle Punktzahl gäbe es für eine kleine Manager-Option für die Liga. Dieses Feature vermisst man für langen Spielspass in der Liga. Der langfristige Spielspass wird aber durch den Multiplayer-Modus gut aufgefangen und PES macht nunmal am meisten Spaß, wenn man gegen Freunde spielt.

Pausen-Menü mit Anzeige der Torschützen

Das Spiel wird mit 5,99€ im Einstiegspreis 2,-€ günstiger als die 2010er-Version. Es ist noch kein Schnäppchen, aber Konami liegt hiermit im mittleren Bereich anderer Anbieter, größerer Spiele und das Geld ist aus meiner Sicht langfristig ordentlich angelegt.

Mit einem Klick auf die AppStore-Grafik geht es zum iTunes-Eintrag von PES2011

iPhone / iPod touch Wertung: 9/10

iPad-Version:

Leider wird es für das iPad keine eigene Version geben. Wer iPad-User ist, der greift in gewohnter Weise auf eine App zu, die für das iPhone oder den iPod touch konzipiert ist. Mann dann das Bild auf doppelte Größe hochrechnen. Das sieht aber nur im Menü und bei Übergangsscreens ordentlich aus. Im Spiel ist es doch deutlich verpixelt. Lässt man es aber auf 1x Zoom, so bekommt schwierigkeiten mit der Steuerung. Insgesamt schade, weil eine HD-Version des Spiels wirklich Laune gemacht hätte. Es bleibt ein Wunsch für die Zukunft.

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Autor

Ich bin 25 Jahre alt und begleite die Entwicklung von Pro Evolution Soccer seit 2006 als Chefredakteur von prorevo - früher auch unter dem Nickname 'mrbasket'. Mit dem prorevoBlog liefern wir euch alles Wissenswerte rund um Pro Evolution Soccer. Egal ob News, Screenshots oder Trailer. Hier seid ihr richtig. Natürlich fahren wir für euch auch zu den wichtigsten Events wie (DM, World Finals, etc.) und berichten ausführlich. - Mich persönlich findet ihr auch auf Twitter!

7 Kommentare

  1. Sonix 8. Oktober 2010 um 13:31

    Danke für den Bericht. Nichtsdestotrotz muss ich die gleiche Kritik wie schon beim Review der 2010er Version anbringen. Man kann sich nicht alles schönreden, indem man sagt „Naja, für ein *Handyspiel* ist das okay. Spiele für iOS sind keine „Handyspiele“ im klassischen Sinne (wie früher die J2ME-Spiele, schauder). Man sollte PES an der Konkurrenz im AppStore messen. Und dort sind mit FIFA11, Real Football 2011 und X2Football 2010 wesentlich komplexere und umfangreichere Spiele verfügbar, die sich nicht auf Ausreden wie „Handyspiel“ verlassen müssen. Dort gibt es Kommentatoren, bessere Grafik, mehr Spielumfang, mehr Modi, allgemein *mehr Spiel*. Der Kern von PES für iOS ist ja durchaus nicht schlecht, aber das reicht dann einfach nicht, um mit den anderen Optionen im AppStore konkurrenzfähig zu sein.

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  2. mrbasket 8. Oktober 2010 um 13:58

    Das „Alter“ können wir uns hier sparen. – In gewisser Weise hast du Recht Sonix. Allerdings hat das „für ein Handyspiel“ mehr mit meiner Erwartungshaltung etwas zu tun, denn den Programmiermöglichkeiten.

    Ich habe PES2011 ja nicht zum Testsieger unter mehreren Spielern erklärt. Dafür fehlt mir der Vergleich. Es ist ein Stand-Alone-Review.

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  3. Rekordmeister-Fan 8. Oktober 2010 um 14:47

    @mrbasket und Sonix
    OK sorry das Alter sollte ja nicht böse gemeint sein 😉

    mrbasket kannst du den alten Comment löschen?

    Sorry wenn das so rübergekommen ist 😉

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  4. Rekordmeister-Fan 8. Oktober 2010 um 15:20

    @mrbasket
    Danke fürs löschen.
    Habe mir das Spiel schon geladen und finde es richtig im gegensatz zur 2010er Version 🙂

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  5. Alexander Trust 13. Oktober 2010 um 04:31

    Auch weil’s ja quasi mein „Job“ ist, hab ich mehr als nur PES2011 gespielt und getestet und ich kann dir sagen die Soundkulisse ist monoton und schlecht. Das Gameplay ist gut, aber das war es bei PES 2010 schon. Und die Spielgrafik ist „ordentlich“, ja, aber eben nicht mehr als das. Retina-Display wird nicht unterstützt, und dass obwohl Axel de Rougé mir gegenüber in einem Pressegespräche auf der GamesCom 2010 erwähnte, dass für PES2011 das iPhone 4 als Basis dienen soll, so wie für PES2010 das iPhone 3G S als Basis diente. Es sind ein paar Verbesserungen im Detail geschehen – nur mit seiner Kritik hat Kollege Sonix Recht. Man erkennt in PES2011 nicht mal die Spieler, das ist bei FIFA 11 für iPhone ganz anders. Dort hat man auch Retina Optik und sogar einen englischsprachigen Kommentar. Dazu werden Jubelszenen eingeblendet… in Sachen Präsentation hat aber Konami auch für das große Pro Evo schon die letzten Jahre immer nur gemeint man wolle etwas besser machen, es aber dann im Vergleich zur Konkurrenz „leider“ nicht so viel besser gemacht. Wenn es dich beruhigt, PES 2011 für iPhone ist in meinen Augen besser als Real Football 11 von Gameloft, und das hat Retina-Support. Ich wär stark dafür, du zockst ein bisschen mehr mit iPhone und iPod touch und merkst recht bald, dass du es mit einem ausgewachsenen Handheld zu tun hast. Ich hab auch ein Review zu PES2011 geschrieben, es bekam in der Gesamtwertung aber nur 74% von 100.

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